Rund um die Reitstunde

Ihr möchtet gerne Reitstunden nehmen und wisst nicht, was so alles auf Euch zukommt und wie Ihr Euch verhalten sollt. Oder Ihr möchtet Eure Kenntnisse auffrischen. Hier könnt ihr das Wichtigste nachlesen.

Vor der Reitstunde

  • Satteln
    Trensen
    Trensen
    • 1. Ausrüstung nicht vergessen

    • Reithelm, Reitstiefel (aus Leder oder Gummi)  oder Reitschuhe mit Chaps (Gamaschen) und Reithose. Sollte diese Ausrüstung noch nicht vorhanden sein, mindestens: Fahrradhelm, festes Schuhwerk und eine bequeme Hose.

    • 2. Eine halbe Stunde vor Beginn der Reitstunde anwesend sein

    • Pferde sind Freunde. Sie mögen es, wenn Du ruhig und gelassen mit ihnen umgehst. Wenn Du Dir vor der Stunde Zeit nimmst, kannst Du sehen, wie Dein Pferd drauf ist und Dich darauf einstellen.

    • 3. Pferd putzen

    • Das Putzen hat einen gesundheitlichen Aspekt. Besonders gründlich müssen Sattellage, Kopf und Hufe gereinigt werden, damit Sattel und Zaumzeug nicht scheuern und zu wunden Stellen führen. Hat sich Dein Pferd etwas in den Huf eingetreten oder klebt ein ordentlicher Mistklumpen im Huf, wird es nicht gut laufen oder sich sogar verletzen.

      Im Grunde mögen alle Pferde Fellpflege. Jedes hat aber eine andere Stelle, an der es besonders reagiert: Es ist zum Beispiel unter dem Bauch kitzelig oder mag das Striegeln am Hals besonders gern. Auf Dauer wirst Du dies herausfinden.

    • 4. Halfter, Sattel, Trense & Co

    • Jedes Pferd hat seine eigene Ausrüstung:
      • Satteldecke / Schabracke
      • Sattel
      • Zaumzeug
      • Hilfszügel
      • Gamaschen
      • Halfter

      Alle Sachen befinden sich mit Namensschild des Pferdes in der Sattelkammer.  Gebt  bitte acht auf die Ausrüstung. Falls etwas verlegt worden ist oder schadhaft sein sollte, sagt bitte sofort dem Reitlehrer Bescheid.

    • 5. Aufzäumen

    • Damit Ihr Euer Pferd richtig aufzäumt, bieten wir einmal im Monat einen Kurs an, in dem Ihr und vielleicht auch Eure Eltern das Aufzäumen lernt. Dazu gehört auch ein Sicherheitstraining im Umgang mit dem Pferd. Dieser Kurs ist Pflicht, bevor Ihr die erste Reitstunde ohne Longe nehmt.

    • 6. Unmittelbar vor der Stunde

    • Euer Pferd ist geputzt, gesattelt und gezäumt, ihr habt Eure Reithelme aufgesetzt, jetzt geht es zur Halle. Achtet darauf, dass Ihr genügend Abstand zu den anderen Pferden haltet. Die Schulpferde kennen sich und verstehen sich. Es kann aber sein, dass sich ein Pferd erschreckt und plötzlich einen Satz zur Seite macht, dafür sollte dann auch Platz sein.

    • 7. In der Halle

    • Ihr betretet die Halle nacheinander, nachdem Ihr mit einem lauten „Tür frei?“ gefragt habt, ob Ihr jemanden behindert und die Antwort „Tür ist frei!“ erhalten habt. Mit einem großen Bogen führt Ihr Euer Pferd auf die Mittellinie und wartet darauf, dass Euch der Reitlehrer die Erlaubnis zum Aufsteigen gibt.

Während der Reitstunde

  • Reitstunde
    Reitstunde
    Reitstunde

    Reiten macht großen Spaß. Oft könnt Ihr es nicht abwarten, bis Ihr wieder auf dem Pferd sitzt, und es endlich wieder losgeht. Damit das so bleibt, sind folgende Regeln zu beachten:

    • 1. In der Reitstunde gelten die Bahnregeln

    • Hier könnt Ihr die Bahnregeln nachlesen.

    • 2. Das Wort der Reitlehrer gilt

    • Was der Reitlehrer sagt, gilt. Ihr seid Teil einer Gruppe und müsst Euch eingliedern. Denkt daran: Alle Anweisungen dienen Eurem Fortkommen, an erster Stelle aber der Sicherheit aller Teilnehmer.

    • 3. Rücksichtnahme

    • Es kann immer vorkommen, dass ein Reitschüler die Bahnregeln missachtet (meistens passiert das unabsichtlich). Auch wenn Ihr nach den Bahnregeln im Recht seid, nehmt Rücksicht aufeinander, reitet konzentriert und vorausschauend.

      Das schwächste Glied der Gruppe hat die gleiche Berechtigung wie Ihr in der Reitstunde zu sein. Manchmal kommt es vor, dass die Reitlerer einen oder mehrere Schüler bitten, für einen kurzen Moment an einem sicheren Platz in der Halle zu warten, während die anderen eine schwierige Übung reiten. In der Regel wählt der Lehrer Übungen, an denen alle teilnehmen können.

    • 4. Solltet Ihr einmal Angst haben

    • Der Reitlehrer wählt die Übungen nach Eurem reiterlichen Können aus. Das macht großen Spaß, meistens wollt Ihr mehr lernen. Ab und zu erscheint Euch eine Übung schwierig, Ihr habt vielleicht sogar Angst. Teilt Eure Ängste dem Reitlehrer mit, er wird Euch helfen. Entweder verschiebt er die Übung auf eine andere Stunde oder er hilft Euch, die Situation zu meistern.

    • 5. Lob

    • Ihr seid mächtig stolz, wenn Euch der Reitlehrer lobt, das ist eine große Motivation. Ihr habt etwas richtig, manchmal sogar richtig gut gemacht.

      Vergesst nicht, Euer Pferd zu loben. Auch das Pferd möchte wissen, dass es gut gearbeitet hat: Wenn es z.B. gut galoppiert ist oder brav über die Stangen gegangen ist, lobt es laut und deutlich.

      In der Stunde erinnert Euch der Reitlehrer ans Loben, nach der Stunde oder beim Schrittreiten am langen Zügel zum Ende einer Stunde solltet Ihr von allein Eure Pferde loben.

Nach der Reitstunde

  • Reitstunde
    Reitstunde
    Reitstunde

    Meistens könnt Ihr nicht lange genug am Stall bleiben. Manchmal möchtet Ihr aber vielleicht schnell nach Hause. Doch da sind noch ein paar Kleinigkeiten, die erst erledigt werden müssen.

    • 1. Versorgung des Pferdes

    • Ihr führt Euer Pferd an einen sicheren Platz. Nachdem Ihr es abgetrenst, gehalftert und angebunden habt, könnt Ihr den Sattel abnehmen. Ganz wichtig: Entfernt die Gamaschen an den Beinen. Wenn Ihr das vergesst, können die Beine anschwellen und Druckstellen entstehen. Anschließend reinigt Ihr die Hufe. Im Winter werden die Pferde eingedeckt, eine Decke sollte an der Box hängen. Haben Eure Pferde stark geschwitzt, kommt vor der Winterdecke zuerst eine Abschwitzdecke drauf. Erst jetzt könnt Ihr Euer Pferd in die Box führen.

    • 2. Versorgung der Ausrüstung

    • Ihr verstaut den Sattel in der Sattelkammer. Die Trense wird gründlich unter fließendem Wasser gereinigt und an ihren Platz gehängt. Gamaschen und Hilfszügel kommen ebenfalls an ihren Platz. Sollte Euch auffallen, dass die Ausrüstung beschädigt ist (z.B. ein Klettverschluss an der Gamasche abgegangen ist), meldet dies bitte sofort dem Reitlehrer.

    • 3. Sauberkeit

    • Die Halle: Bevor Ihr nach Hause geht, müssen die Pferdeäpfel eingesammelt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Äpfel von Eurem Pferd oder von einem anderen sind. Oder (das sollte nicht vorkommen) schon vor Eurer Stunde in der Halle lagen. Der Äppelboy steht in der Halle, die Schubkarre neben der Halle. Ist die Schubkarre voll, leert Ihr sie auf dem Misthaufen.

      Die Stallgasse: Nach der Stunde sieht die Stallgasse manchmal chaotisch aus: Pferdeäpfel, Mist und Stroh bedecken den Boden. Jemand hat vergessen, seine Gamaschen wegzuräumen. Halfter, Putzzeug und Führstricke liegen herum.

      Jetzt seid Ihr gefragt:
      • Ihr verstaut die Ausrüstung an dem vorgesehen Platz.
      • Pferdeäpfel werden mit Hilfe des Äppelboys entsorgt
      • nach jeder Stunde wird die Stallgasse gefegt, Besen stehen reichlich herum
      • Abfall gehört in den Mülleimer

      Ihr regelt unter Euch, wer welche Aufgabe übernimmt. Seid Ihr noch zu klein, helfen Eure Eltern. Wenn Ihr häufiger als die anderen dran seid, sagt dem Reitlehrer  Bescheid. Ihr dürft auch ruhig lautstark protestieren, am besten am Anfang der nächsten Stunde, damit alle das mitbekommen.

    • 4. Pferde füttern

    • Nach der Stunde ist jedes Pferd dankbar für ein Leckerchen. Alle erlaubten Futtermittel sollten frisch, ohne Schimmel und Faulstellen sein.

      Erlaubt sind:
      • Möhren
      • kleingeschnittene Äpfel (1/4 oder 1/8 Stücke, sonst besteht die Gefahr der  Schlundverstopfung)
      • Bananen
      • Leckerchen aus dem Pferdefachhandel

      Verboten sind:
      • Brot
      • Süßigkeiten (Zucker, Kekse, Schokolade, Kuchen ...)

Wir hoffen, Euch einen kleinen Einblick gegeben zu haben. Wenn Euch Themen auf dem Herzen liegen oder Ihr mehr Informationen haben möchtet, dann meldet Euch bei uns, wir sind für jede Anregung dankbar.

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